Erzbischof Stephan Burger© © MISEREOR
Freiburg, 28. September 2015

Globale Nachhaltigkeitsziele: Es darf kein "Weiter so" geben!

Erzbischof Burger für unverzügliche Konsequenzen: Regierungen müssen an einem Strang ziehen.

(Freiburg, 28. September 2015). MISEREOR begrüßt die bei der UN-Konferenz in New York beschlossene 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung. "Die Welt gibt sich damit einen anspruchsvollen, aber auch dringend notwendigen Handlungsrahmen für die nächsten Jahre. Die Agenda muss das Werkzeug der Regierungen sein: Nicht nur, um das Leben Aller gerechter zu gestalten, sondern auch, um die Zukunftsfähigkeit der Menschheit überhaupt zu sichern", betonte der für MISEREOR zuständige Freiburger Erzbischof Stephan Burger am Montag.

"Die aktuelle Flüchtlingskrise in Deutschland und Europa zeigt, dass es ein ‚Weiter so‘ wie bisher nicht geben kann - und das nirgendwo auf der Welt", sagte Burger. Wer sich für menschenwürdige Lebensverhältnisse in allen Teilen und für alle Menschen dieser Erde einsetze, müsse auf zahlreichen Feldern der Politik umsteuern. Nicht ganz zufällig hätten viele Ziele der neuen 2030-Agenda einen direkten oder indirekten Bezug zu Flucht und Migration. "Dabei geht es nicht nur um den Kampf gegen  Armut und Ungleichheit sowie um den Schutz unserer Natur. Ebenso wichtig ist es, die wirtschaftliche und finanzielle Zusammenarbeit der Staaten gerechter zu gestalten", so Burger.

Gemeinwohl und Umweltschutz

Papst Franziskus habe in seiner Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen auf den Punkt gebracht,  warum die UN-Nachhaltigkeitsziele von so entscheidender Bedeutung für die Zukunft der Welt sind: Sie dienten dazu, das Auseinanderdriften in immer reichere und immer ärmere Bevölkerungsgruppen und Länder sowie konkurrierende Gesellschaften zu stoppen, indem alle Staatslenker ihre Politik stärker an Gemeinwohl und Umweltschutz ausrichten.

Dies beziehe sich keineswegs nur auf Afrika, sondern auf alle Kontinente. "In Brasilien, das im kommenden Jahr im Mittelpunkt der MISEREOR-Fastenaktion steht, ist es möglich, dass kostspielige Weltmeisterschaften und Olympische Spiele ausgetragen werden. In Peru, dem Partnerland der Erzdiözese Freiburg, werden exorbitante Einnahmen durch den Export von Rohstoffen erzielt. Und gleichzeitig müssen in beiden Ländern Millionen Menschen Not und Elend erleiden", so Burger. Grund dafür seien nicht nur sozio-politische Interessen der jeweiligen Regierungen, sondern auch die Ausgestaltung der Wirtschaftsbeziehungen mit Industriestaaten wie Deutschland. "Auch dies zeigt, dass das Erreichen der neuen Nachhaltigkeitsziele eine Herausforderung ist, der wir uns gemeinsam stellen müssen", betonte Burger.

Auf konkrete Schritte kommt es an

Der MISEREOR-Bischof bittet auch die Bundesregierung, die neuen Nachhaltigkeitsziele ernst zu nehmen und konsequenter als bisher umzusetzen - etwa bei der Energiewende oder dem Umbau der Landwirtschaft. Auf beiden Feldern müssten die Interessen der global gesehen verletztlichsten Bevölkerungsgruppen stärker berücksichtigt werden. Die Regierungen der Welt, so habe es auch Papst Franziskus betont, sollten ausreichend politischen Willen aufbringen, um nicht nur ehrgeizige Ziele festzulegen, sondern wirklich konkrete Schritte und unverzügliche Aktivitäten umzusetzen.

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